Grüne Startups bei der StartupCon 2017

Die StartupCon 2017 versammelte wieder zahlreiche GründerInnen in der LANXESS Arena in Köln. Dieses Jahr waren auch Unternehmen von grüne-startups.de vertreten.

13.10.2017 – Ein Beitrag von Bianca Schillinger

Morgens halb 11 in Köln: Bepackt mit unseren Aufstellern und einem späten Frühstück in Form eines veganen Algen-Nuss-Riegels (gabs am Stand von Sealance) in der Tasche, machen wir uns auf den Weg zu Bühne 5. Dafür kämpfen wir uns durch hunderte Aussteller von IT über magnetische Möbel bis zu Energy-Gels. Die interessanten Ablenkungen sind zahlreich, doch wir haben ein Ziel: die Panels „Food & Service“ und „Share, Move & Use“, auf dem „unsere“ Startups vertreten sind.

10:45 Uhr: Los geht’s mit Benjamin von Anonybox, Sebastian von Wertewandel, Johannes von Schmaus und Tim von GreenSynergy. Nach der Vorstellung durch Moderatorin Mara Bergmann geht es auch direkt zur Sache: die Vier sprechen über Förderungen, Startschwierigkeiten und rechtliche Hürden. Benjamin ist zum Beispiel der Ansicht, dass es digitale Unternehmen (wie sein Startup Anonybox) gerade leichter haben, Finanzierungen zu bekommen, da dieser Bereich voller Neuerungen und Chancen steckt und einen Boom erlebt. Im Gegensatz dazu hätten es Food-Startups schwerer. Auch was das Thema rechtliche Absicherungen und Einschränkungen angeht, gibt es im Lebensmittelbereich einiges zu beachten, weiß auch Johannes von Schmaus. Die Privatpersonen, die für seine App bald für Fremde kochen sollen, werden sich daher z.B. verifizieren müssen und dürfen nicht gewerblich tätig sein. Damit das nötige Kleingeld für die Gründung vorhanden ist, setzen alle auf Accelerators, Inkubatoren und Startup-Programme von Unis. Neben den nötigen finanziellen Mitteln versorgen diese sie auch mit Räumlichkeiten, Ansprechpartnern und vorhandenen Netzwerken.

11:15 Uhr: Ohne großes Wenn und Aber geht’s direkt weiter mit Joel von Swapper, Nora von Radbonus, Rebekka von Nomoo und nochmal Tim von GreenSynergy. Mara Bergmann kommt auch direkt zur Sache: wie verdient man denn nun eigentlich Geld mit all diesen Ideen? Schließlich kann man nicht für immer von Investoren und geliehenem Geld arbeiten. Bei Nomoo ist diese Frage schnell beantwortet: mit dem Eis natürlich. Die vegane Köstlichkeit wird von den drei Gründern selbst hergestellt und dann per Eisfahrrad an die Käufer geliefert. Außerdem haben schon über 20 Kölner Cafés das Eis in ihr Sortiment aufgenommen. Ab März 2018 ist auch ein eigener Laden in Planung. Swapper hingegen setzt auf die Nutzerdaten seiner User. Wer über das Portal Dinge tauschen statt kaufen oder verkaufen möchte, erzählt schließlich durch sein Onlineverhalten schon einiges über Vorlieben und Wünsche. Sollte also der heiß ersehnte Fernseher nicht zum Tausch angeboten werden, wollen die beiden Gründer passende Werbung schalten. So bekommt am Ende doch noch jeder Nutzer das, was er sich erhofft hatte. Radbonus hingegen bezahlt die Nutzer sogar für ihren Einsatz: pro gefahrenen Radkilometer erhält man eine finanzielle Belohnung. Das Geld stammt von zahlreichen Partnern, darunter z.B. Krankenkassen und Fahrradläden. Radbonus selbst finanziert sich auch über diese Partner: sie erhalten eine Servicegebühr.

Tipps für Gleichgesinnte
Zum Schluss wurden alle Panel-Teilnehmer noch gebeten, ihre Erfahrungen an Neu-Gründer weiterzugeben. Dabei waren sie sich besonders bei einer Sache einig: nicht zu lange warten und zögern, einfach machen! Wer zu verbissen daran arbeitet, sein Produkt zu perfektionieren bevor es überhaupt auf den Markt geht, wird vermutlich sein Timing verpassen und jahrelange Arbeit in den Sand setzen. Stattdessen müsse man sich am Markt orientieren und dann schnell handeln. Wenn es dann mal wirklich losgeht, erwarten die Gründer viele Hürden und Flauten. Da sprechen sich unsere grünen Startups dafür aus, nicht zu schnell die Fuck-up-Mentalität zu übernehmen, die im Startup-Business kursiert. Statt sofort aufzugeben und sich in ein neues Projekt zu stürzen, sollte man erst einmal die Zähne zusammenbeißen und durchhalten.

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